Mobilitätsbefragungen 2.0: Warum klassische Ansätze nicht funktionieren

Wann hast du zuletzt eine Umfrage mit 20 Fragen komplett ausgefüllt? Wahrscheinlich nie – und genau hier liegt das Problem konventioneller Mobilitätsbefragungen.

Mobilitätsbefragungen 2.0 - Warum klassische Ansätze nicht funktionieren

Viele Unternehmen nutzen Mobilitätsbefragungen, um Daten für Nachhaltigkeitsberichte, Standortentscheidungen oder Mobilitätsmanagement zu sammeln. Doch 20+ Fragen, komplexe Tabellen und nüchternes Design führen zu einem Problem: Die Teilnahmequote ist niedrig und die Ergebnisse sind wenig aussagekräftig.

Genau hier setzt der Ansatz der Mobilitätsbefragung 2.0 an: kompakt, ansprechend gestaltet und mit sowohl individueller als auch standortangepasster Kontextualisierung.

Die Nachteile klassischer Mobilitätsbefragungen

Mehrere Gründe führen dazu, dass konventionelle Umfragen im Alltag oft versanden, speziell im Mobilitätsbereich:

  1. Zu lang: Mitarbeitende verlieren nach wenigen Minuten das Interesse.
  2. Zu standardisiert: Unpersönliche Fragen ohne Bezug zum Standort oder Arbeitsalltag wirken irrelevant. Mehr Kontext führt zu mehr Interesse.
  3. Zu kryptisch: Daten von Mobilitätsbefragungen werden u.a. für komplexe, quantitative Berechnungen verwendet (bspw. CO₂-Emissionen). Die dazu nötigen Fragen werden leider häufig auf umständliche, unintuitive Weise gestellt.
  4. Zu detailliert: Umfragen sind nicht nur zu lang, sondern der Detailgrad der Fragen ist für die Befragten oft unverständlich hoch.
  5. Zu langweilig: Viel Text und fehlende visuelle Elemente schrecken ab.

Eine in der Cambridge University Press veröffentlichte Studie zeigte klar, dass kurze Fragebögen zu höheren Antwortraten führen (Kost RG, Correa da Rosa J., 2018).

Mobilitätsbefragungen 2.0: Die Erfolgsfaktoren

1. Personalisierung

Fragen müssen passend zum Standort und Arbeitsumfeld gestellt werden. Wer in einer Großstadt mit guter ÖPNV-Anbindung arbeitet, braucht andere Antwortmöglichkeiten als jemand im ländlichen Raum.

Das Thema Personalisierung haben wir uns in diesem Blogartikel näher angesehen.

2. Design

Ansprechende Gestaltung mit Farben, Icons und progressiven Elementen macht die Teilnahme angenehmer. Mobile Optimierung ist Pflicht, da viele betriebliche Mobilitätserhebungen unterwegs ausgefüllt werden und Mitarbeiter:innen ohne Standardzugang zu einem Computer, wie z.B. in der Produktion, nicht ausgeschlossen werden sollen.

3. Engagement

Mitarbeitende wollen wissen: „Was passiert mit meinen Antworten?", „Was bedeutet das nun?", „Welche Maßnahmen werden aufgrund dieser Befragung verabschiedet?"

Erfolgreiche Befragungen schließen mit einer Feedback-Schleife, z. B. in Form einer Infografik über die gesammelten Ergebnisse.

4. Einbettung im Unternehmen

Befragungen funktionieren am besten, wenn sie nicht isoliert laufen, sondern Teil einer größeren Nachhaltigkeitsstrategie sind – etwa im Rahmen der CSRD-Berichterstattung oder als Grundlage für Mobilitätsprogramme.

Technische Hilfsmittel: Wie GPS, Apps & Co bei Mobilitätserhebungen helfen

Befragungen mit Zettel und Stift sind passé. Moderne Technologien werden auf vielfache Art und Weise bei Mobilitätsbefragungen eingesetzt. Allerdings bedeutet ein höherer technischer Aufwand nicht automatisch eine bessere Datenqualität und ein aussagekräftigeres Umfrageergebnis.

GPS-basierte Datensammlung

GPS-Tracking ermöglicht es, Pendelwege objektiv und präzise zu erfassen, ohne dass die Erhebungsteilnehmer:innen komplexe Distanz- oder Zeitangaben schätzen müssen. Studien weisen darauf hin, dass GPS-Methoden eine günstigere und effizientere Untersuchung des individuellen Pendelverhaltens ermöglichen (Costa et al, 2023).

Smartphone-Apps

Neben GPS können moderne Apps weitere Daten wie Lage, Beschleunigung und Browsing-Verhalten im Internet verarbeiten. Die Nutzer:innen dieser Apps können die automatisch aufgezeichneten Wege nachträglich kategorisieren und etwaige Fehleinträge korrigieren. Dadurch entsteht ein detailliertes Reisetagebuch mit hoher Datenvalidität (McCool et al, 2021).

⚠️ Kosten und Aufwand beachten

Häufig sind es groß angelegte, öffentliche Mobilitätserhebungen oder wissenschaftliche Untersuchungen, wo die modernsten Technologien zum Einsatz kommen. Damit ist in der Regel ein hoher Ressourcenaufwand verbunden.

Themen, die du bei der Wahl technischer Hilfsmittel beachten solltest:

  • Technik, wo einfach und schnell möglich: Ist die gesamte Belegschaft von vornherein mit einem Firmen-Smartphone ausgestattet? Falls ja, ist eine GPS-gestützte Erhebung eine vernünftige Maßnahme.
  • IT-Affinität: Haben deine Kolleg:innen von Haus aus ein hohes Interesse an IT, Smartphones und Digitalisierung? Falls nicht, lass' besser die Finger von GPS-Tracking und bleib' bei Befragungen via E-Mail & Co.
  • Datenschutz: Welchen Wert legen die Mitarbeitenden auf Datenschutz und Privatsphäre? GPS-Tracking – auch wenn gesetzeskonform gemäß DSGVO durchgeführt – kann in der Belegschaft rasch Ablehnung verursachen.

Praxisbeispiel: Der Technik-Mix von foama

Bei foama kommt eine Reihe digitaler Instrumente zum Einsatz, aber GPS-Tracking zählt zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu.

Für Befragte entsteht Mehrwert, wenn ihre Antworten in Bezug gesetzt werden: Zum Unternehmensstandort, zu anderen Befragten, zu allgemeinen statistischen Kennwerten. So entsteht Interesse und Lust auf mehr.

Dazu braucht es kein GPS-Tracking, sondern bloß statische Ortsangaben wie den Arbeitsplatz und eine Ortsangabe in unmittelbarer Nähe der Heimatadresse. Die Heimatadresse selbst ist nicht nötig.

Darauf bauen Mobilitätstipps, Berechnungen und Empfehlungen auf, stets mit Bezug zum Arbeitsweg der jeweiligen Person, die sich dadurch auf neue Weise mit dem Thema Mobilität auseinandersetzt.

💡 Die Vorteile des Ansatzes von foama

  • Interesse für Mobilität entsteht in der Belegschaft, Bewusstsein für alternative Mobilitätsangebote wird geschaffen.
  • Durch die starke Beteiligung entsteht eine umfassende Datengrundlage für strategische Entscheidungen im Bereich HR, Mobilität und Facility Management.
  • Die Erfolgswahrscheinlichkeit von Maßnahmen ist hoch, da Mitarbeiter:innen eigene Ideen und Wünsche einbringen können.

Fazit: Von der lästigen Pflicht zu echtem Mehrwert

Klassische Befragungen liefern oft nur oberflächliche Daten. Mobilitätsbefragungen 2.0 hingegen sind kurz, relevant und nutzerfreundlich – und verwandeln Mitarbeiterfeedback in echten Mehrwert.

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